Brauchen wir ein gesetzliches Mindestentgelt für Solo-Selbstständige?

NEIN. Es ist Aufgabe von Politik, dem Leben einen rechtlichen Rahmen zu geben. Doch zuweilen ufert dieser Ordnungsgedanke dahingehend aus, dass alle Risiken des Lebens abgewendet werden sollen. Das erleben wir vor allem in der Sozialpolitik. Selbstständigkeit bedeutet die Einheit von Freiheit und Eigenverantwortung, von Risiko und Haftung. Selbstständige haben die Freiheit, über ihren Arbeitsalltag, ihre Vorsorge und ihre unternehmerischen Schritte selbst zu entscheiden. Dafür sind sie von den Abgaben in die gesetzliche Sozialversicherung befreit. Gleichzeitig haben sie die Verantwortung, selbst für ihre Absicherung im Krankheitsfall, bei Arbeitslosigkeit oder für die Rente zu sorgen. Die Erwirtschaftung eines existenzsichernden Einkommens zählt ebenfalls dazu. Reicht das Einkommen nicht zum Leben, gehört das Geschäftsmodell auf den Prüfstand. Ein Mindestentgelt für Selbstständige wäre ein staatlicher Eingriff in die Preisbildung und damit in die soziale Marktwirtschaft. Der Staat würde den Preis für den Kunden vorgeben, unabhängig davon, ob dieser bereit wäre, ihn zu zahlen. Diese planwirtschaftlichen Elemente gab es schon einmal, und sie führten den Staat, in dem ich geboren und aufgewachsen bin, in den Bankrott. Ich möchte keine zweite DDR, auch nicht im Kleinen. Wir brauchen einen Rahmen, der Bürokratie eindämmt, die Lasten durch Steuern und Abgaben gering hält und damit wieder Lust auf Unternehmertum macht.“
 
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