Unterstützung für Kita und Familie - Integrationskita in Dahme nimmt am Bundesprogramm zur Sprachförderung teil.

DAHME Monika Schäfer, Leiterin der Integrationskita „Anne Frank“ in Dahme stellt ein Erzähltheater im Therapieraum auf. Sie klappt die hölzernen Türen auf und sucht ein Märchenbild über Schneewittchen aus. „Das Erzähltheater regt die Kinder zum freien Erzählen an. Es ist faszinierend, welche kleinen Details sie dabei entdecken“, sagt sie. Das Erzähltheater, auch Kimishibai genannt, ist nur eines von vielen pädagogischen Materialien, die sich die Kita im Rahmen des Bundesprogrammes „Sprach-Kita: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ anschaffen konnte.

Seit dem Start des Programms im Januar 2016 nimmt die Dahmer Kita daran teil. Insgesamt beteiligen sich alle drei Kitas des ASB Ortsverbandes Luckau/Dahme an dem Projekt. „Der Sprachförderbedarf steigt. Die Sprache hat sich über die Jahre sehr vereinfacht“, zeigt die stellvertretende ASB-Geschäftsführerin Grit Hammer die Problematik auf. Oftmals sei vor allem Zuhören das Problem. Viele Kinder haben verlernt, das Gesagte zu reflektieren. „Das scheitert manchmal schon an einfachen Anleitungen beispielsweise beim Basteln“, nennt Annette Mähling ein Beispiel. Die Erzieherin ist wie ihre Kolleginnen Gabriele Nowak und Marlies Hannemann als Sprach-Fachkraft in den Einrichtungen tätig.

„Das Programm räumt uns den Raum und die Zeit ein, die Sprache noch mehr in den Fokus zu rücken“, beschreibt Einrichtungsleiterin Monika Schäfer. So konnten die Kitas mehr Personal einstellen, da mit dem Bundesprogramm jeweils eine halbe Fachkraftstelle bereit gestellt wird. „Sprache ist enorm wichtig. Und das bedeutet nicht nur schulvorbereitend zu arbeiten, sondern beginnt schon mit dem Eintritt in die Kita“, erklärt Grit Hammer. Schon im vorangegangenen Förderprogramm, dass 2015 auslief, hat sich die Kita aus diesem Grund beteiligt. Da das aktuelle Bundesprogramm Ende des kommenden Jahres ausläuft, verschaffte sich Bundestagsabgeordnete Jana Schimke (CDU) einen Einblick, wie das Programm in Dahme umgesetzt wird.

In alltäglichen Situationen wie dem Spielen mit Puppen oder das Erkunden der Jahreszeiten vermitteln die Erzieher Sprachfähigkeiten. Schon kleine Änderungen im Kita-Alltag bewirken dabei eine Verbesserung, so die Kita-Leiterin. Zudem hilft pädagogisch hochwertiges Lehrmaterial wie das Erzähltheater oder Erzählbilder, die zusätzlich bei der Sprachförderung. „Ohne die finanzielle Unterstützung könnten wir das nicht kaufen“, sagt Monika Schäfer. Durch die Bilder werden die Kinder zum Erzählen animiert. Gleichzeitig regt es die Kreativität an und fördert das Miteinander in der Gruppe.

Als weitere wichtige Säule bezieht das Programm aber auch die Eltern mit ein. So wird in der Integrationskita beispielsweise regelmäßig zu Leseabenden eingeladen, bei denen die Eltern den Kinder vorlesen. Ziel ist es, dass sich die Familien stärker mit dem Thema auseinandersetzen. „So etwas zu etablieren braucht Zeit, aber es macht sich bemerkbar“, sagt die Kita-Leiterin. Für die älteren Gruppen gibt es außerdem Bücher-Picknicks. Auch Handouts mit Liedern und Gedichten oder Ich-Bücher werden für die Eltern vorbereitet und können genutzt werden.

Doch nicht nur die Familien profitieren nach Ansicht der Erzieher von dem Programm. Auch das Einrichtungs-Team werde gestärkt. Die Sprach-Fachkräfte tauschen sich regelmäßig mit anderen teilnehmenden Kitas aus. Außerdem werde das eigene Verhalten gegenseitig reflektiert und analysiert. „Das sind die Werkzeuge, die ein Erzieher braucht. Dadurch war ein Qualitätssprung nach vorn möglich“, so Monika Schäfer.

Quelle: Lausitzer Rundschau | Anja Brautschek