Rhetorischer Schlagabtausch

Königs Wusterhausen. Zum 16. Mal hat das Katholische Jugendzentrum „Profete“ in diesem Jahr zum derben rhetorischen Schlagabtausch zum Aschermittwochvorabend eingeladen. Hausherr Georg Dinter eröffnete den Reigen. Er sagte, dass es schon krass sei, in welcher Welt wir leben und was so alles passiert sei, aber ganz besonders beschäftige ihn die Frage „Quo vadis KW?“. Auch sei ihm nicht bewusst gewesen, wie schlecht das Leben in Königs Wusterhausen eigentlich sein muss und in welchen mafiösen Parteiensumpf die Stadt versunken ist. Da er aber inzwischen ein weltweit anerkannter Magier und seine Spezialität „das Glasgoogeln“ sei, wolle er seine Erkenntnisse der Stadt beim Neuaufbau zur Verfügung stellen. Bei der Frage „Wird der BER jemals eröffnet?“ zerplatzte allerdings sein „Orakel von Schorschi“ – ein Luftballon.

Raimund Tomczak von der FDP sagte, dass für Karnevalisten in Königs Wusterhausen das Jahr 2017 schwierig war. Und hatte gleich noch eine Weisheit parat: „Wichtige Angelegenheiten erledigen sich von selbst, wenn man sie lange genug zurückhält“, so sein Seitenhieb an den ehemaligen Bürgermeister der Stadt. Er musste sich allerdings sogleich eine Entgegnung aus dem Publikum gefallen lassen: „Du warst doch selbst dabei“, tönte es.

Politische Tops und Flops

Birgit Uhlworm (Unabhängige Frauenliste) blieb sich treu und spielte mit der Genderfrage. Warum immer nur „Sprecher“ eingeladen werden, wollte sie wissen. Sie überlege nun, ob es eventuell gar keine Büttenrednerinnen gibt und sie sich ausbilden lassen sollte.

Im Schnelldurchlauf erinnerte Peter Drescher (CDU) an die Tops und Flops auf kommunaler Ebene und in der Weltpolitik und dass sie sich immer noch zum Fressen gern haben, der Bürgermeister und sein Stellvertreter.

Und dann stieg da noch „Bruder News“ in die Bütt, sinnierte über ehrliche, transparente, harte Arbeit, Wahlkampfhelfer, Wahlkampfkosten, Informationsketten, späte Unterlagen und einsame Entscheidungen. Unter der Mönchskutte steckte Torsten Kleis (Linke). Kurz und bündig brachte er auf den Punkt, was ihn bewegt.

Wahlkampffragen

„Schade, dass die neue Hoffnung dieser Stadt heute nicht unter uns ist“, sagte die Bundestagsabgeordnete Jana Schimke (CDU) und erinnerte sich daran, wie es im vergangenen Jahr war, als man gemeinsam – „Freunde und Nichtfreunde“ – im Präsidium saß und die Gelegenheit nutze, miteinander zu reden. Schelmisch stellte sie die Frage in den Raum: „Was gibt es Wichtigeres als den Politischen Aschermittwoch, den zentralen Bahnbrecher?“, um dann mit viel Charme und Humor über Wahlkampf zu reden.

„Man erfährt eine ganze Menge, was so in der Stadt passiert, allerdings war es mir dieses Mal etwas zu nebulös“, sagte Besucher Alexander Thomas.

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung | Gerlinde Irmscher