Politiker besorgt über wirtschaftliche Lage / Dezernent Saß: Kreis tut was er kann

Politiker besorgt über wirtschaftliche Lage / Dezernent Saß: Kreis tut was er kann
CDU: Tageseltern müssen besser bezahlt werden


KÖNIGS WUSTERHAUSEN - Nach einem Besuch in Tagespflegestätten für Kinder in der Region haben sich die CDU-Politiker Jana Schimke und Björn Lakenmacher besorgt über die wirtschaftliche Lage der Tageseltern geäußert. „Trotz der Anhebung der Tagessätze werden im Vergleich zu Erziehern in Kindertagesstätten viel zu niedrige Löhne gezahlt“, erklärten die beiden Politiker.

Die CDU-Bundestagskandidatin Jana Schimke sagte, es müsse alles für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf getan werden. Die Kindertagespflege sei eine „flexible Alternative und Ergänzung“ zur Kita. „Dazu gehört für mich auch eine angemessene Bezahlung der Betreuungspersonen.“

In Dahme-Spreewald gibt es laut Sozialdezernent Carsten Saß derzeit 83 Tageseltern. Für sie sind im aktuellen Kreishaushalt 1,3 Millionen Euro vorgesehen, 80 000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Vergütung pro Kind und Monat liegt zwischen 380 und 510 Euro, bis zu fünf Kinder können in einer Tagespflege aufgenommen werden. Maximal 2550 Euro können die selbständigen Tageseltern verdienen.

Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beträgt das Einstiegsgehalt einer Erzieherin in einer kommunalen Kita 2064 Euro brutto, schätzungsweise 1400 Euro bekommt sie ausbezahlt. Selbständige müssten laut Verdi rund 30 Prozent mehr Bruttoeinnahmen haben, um nach Abzug aller Kosten auf ein vergleichbares Gehalt zu kommen.

Dezernent Saß, der ehrenamtlicher Kreisvorsitzender der CDU ist, sagte, zwar seien die Kosten der einzelnen Tageseltern unterschiedlich. Er bestätigte aber, dass der Verdienst unter denen der Erzieher liege. „Der Abstand war vor einigen Jahren noch größer. Der Kreis bemüht sich mit den Anpassungen der Tagessätze, die Schere weiter zu schließen.“ Saß verwies darauf, dass der Kreis zusätzlich die Fortbildung der Tageseltern finanziell unterstütze und einen Teil der Sozialversicherungsabgaben übernehme. Die Entlohnung müsse Schritt halten mit der Qualifizierung.

In Brandenburg müssen die Landkreise die Tageseltern komplett bezahlen. Bei den Kita-Erziehern tragen die Kreise 84 Prozent der Personalkosten, den Rest übernehmen die Kommunen. Carsten Saß sagte, die finanzielle Lage der Tageseltern würde verbessert, wenn sie zusätzlich von den Kommunen vergütet würden. Das sei aber eine freiwillige Leistung der Kommunen.

Die CDU-Politiker Schimke und Lakenmacher sehen in der Anhebung der Tageseltern-Sätze in Dahme-Spreewald „nur einen Anfang“, um die Situation der Betreuer zu verbessern. (Von Frank Pawlowski)

Quelle: MAZ/Frank Pawlowski