Millionenschwere Rettungs-Ausrüstung

Millionenschwere Rettungs-Ausrüstung
Die Feuerwehrtechnik-Firma Rosenbauer übergibt in Luckenwalde neun neue Fahrzeuge an das THW

Luckenwalde – Neun nagelneue, blaue Einsatzfahrzeuge im Wert von mehr als zwei Millionen Euro hat das Unternehmen Rosenbauer Feuerwehrtechnik in Luckenwalde am Sonnabend an neun Ortsverbände des Technischen Hilfswerkes (THW) aus ganz Deutschland übergeben. Rainer Worm, Regional-Vertriebschef bei Rosenbauer in Luckenwalde, überreichte symbolisch den Schlüssel an THW-Referatsleiterin Dagmar Klus. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um den sogenannten Gerätekraftwagen (GKW) 1, der vor allem für die Rettung und Bergung eingesetzt werden kann – etwa bei Naturkatastrophen, schweren Unfällen oder auch Hochwasser, erklärte Uwe Neumann, Prokurist bei Rosenbauer. „Insgesamt fährt heute das 142. Fahrzeug für das THW vom Luckenwalder Hof“, sagte er. Der GKW wiegt bis zu 18 Tonnen, ist acht Meter lang, 2,50 Meter breit und 3,30 Meter hoch.

Laut Neumann wurden seit 2009 vom THW rund 200 neue Fahrzeuge geordert, sie werden sukzessive gefertigt. „Vom Auftrag bis zur Lieferung eines Fahrzeugs vergeht ein halbes Jahr. Die reine Bauzeit liegt bei 800 Stunden“, erklärte Neumann. Die THW-Kräfte, die gleichzeitig vor Ort in die neue Technik eingewiesen wurden, kommen aus den THW- Landesverbänden Berlin/Brandenburg, Sachsen- Anhalt, Hessen/Rheinland- Pfalz/Saarland, Bayern, Nordrhein- Westfalen sowie Hamburg/ Schleswig-Holstein/ Mecklenburg- Vorpommern. Aus der Region Brandenburg freuen sich die Ortsverbände Herzberg und Eberswalde über die neue Ausrüstung. „So ein Fahrzeug ist 258 000 Euro wert“, machte Dagmar Klus den THW-Helfern die neue Technik schmackhaft, „statistisch kann ein THW-Helfer einmal im Leben ein neues in Empfang nehmen.“ Klus würdigte, dass der Bund im Jahr 2014 das Budget für das THW um sieben Millionen Euro aufgestockt habe.

„Für mich ist das Technische Hilfswerk immer eine Herzensangelegenheit, weil Menschen sich ehrenamtlich für andere engagieren“, sagte Bundestagsabgeordnete Jana Schimke (CDU). Sie begrüßte, dass sich das THW zunehmend der Gruppe der Älteren öffne, die sich wiederum um die Jugend kümmere. „Damit ist das THW nicht nur gut und fleißig aufgestellt, es denkt auch an die Zukunft“, sagte sie. An drei Stationen wurden die THW- räfte mit der neuen Technik vertraut gemacht. René Liebke, Linienleiter in der Qualitätssicherung bei Rosenbauer, kennt die neuen 18-Tonner-Fahrgestelle in- und auswendig. Er zeigte den THW-Helfern, wie sie die Seilwinde handhaben müssen. „Wir haben mit den Helfern auch alles praktisch geübt“, versicherte Liebke. Die THW-Helfer aus ganz Deutschland konnten es kaum erwarten, in ihre neuen Fahrzeuge zu steigen. „Wir sind überglücklich, jetzt den Gerätekraftwagen 1 zu haben“, sagte Hans-Joachim Bull, Ortsbeauftragter des THW in Bad Doberan. „Wir haben schon sehr lange auf die neue Technik gewartet“, so Bull weiter.

Zahlen und Fakten

270 Mitarbeiter sind bei Rosenbauer Feuerwehrtechnik in Luckenwalde beschäftigt.

Sie erwirtschafteten im vorigen Jahr einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro. Für 2014 wird die gleiche Größenordnung erwartet.

Die Beschäftigten arbeiten zurzeit einschichtig, in speziellen Bereichen, wie zum Beispiel Lackierung, auch zweischichtig. Bei Bedarf kann sofort auf eine Fertigung in drei Schichten umgestellt werden.

300 Fahrzeuge baut Rosenbauer Luckenwalde durchschnittlich im Jahr. Die meisten Aufträge kommen von deutschen Kunden, aber es wurden auch schon Fahrzeuge in die Niederlande, die Schweiz, nach Österreich, Afghanistan oder Katar geliefert.

Hauptprodukt von Rosenbauer sind Feuerwehr-Fahrzeuge. In Deutschland gibt es 24 000 freiwillige Feuerwehren, 104 Berufs- und 800 Werks-Feuerwehren, außerdem zahlreiche Flugplatz- Wehren.

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung (Elinor Wenke)