Heftiger Widerstand gegen die "Rente mit 63"

Heftiger Widerstand gegen die "Rente mit 63"
Junge Union diskutiert in Wildau Rentenpaket der Bundesregierung

WILDAU Die CDU regiert gemeinsam mit den Sozialdemokraten in Berlin. Doch als die Junge Union des Dahme-Spreewald-Kreises am Wochenanfang in Wildau über das Rentenpaket der Regierung diskutierte, sah es ganz so aus, als seien die Christdemokraten als Opposition unterwegs.

Die geplante Rente mit 63, die noch vor der parlamentarischen Sommerpause in Berlin beschlossen werden soll, schmeckt den Mitgliedern der CDU an Dahme und Spree augenscheinlich überhaupt nicht.

Eingeladen hatte der Vorsitzende der Jungen Union Brandenburg, Philipp Schwab. Und er hatte hochkarätige Gesprächspartner auf dem Podium versammelt. Gleich zwei Bundestagsabgeordnete diskutierten mit. Als Rentenexperte des Abends war Marian Wendt, stellvertretender Vorsitzender der Jungen Gruppe in der CDU-Bundestagsfraktion gekommen. An seiner Seite saß die Wahlkreisabgeordnete Jana Schimke. Die Runde komplettierten der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Lakenmacher sowie der Vorsitzende der Senioren-Union in Brandenburg, Ingo Hansen.
Mitdiskutieren wollten an diesem Abend etwa 15 Interessierte, darunter viele Mitglieder der Jungen Union, aber auch Ältere. Alle waren sich ziemlich schnell einig, dass der einstige Wahlkampfschlager der SPD, der es bis in den Koalitionsvertrag geschafft hat, nicht gut sein kann. "Die Rente mit 63 ist ein heftiger Rückschritt und ein Wahlgeschenk der SPD ohne Weitsicht", machte Björn Lakenmacher gleich zu Beginn der Veranstaltung seine Position unmissverständlich deutlich. Und wer erwartet hatte, dass von Seiten der Senioren in der CDU wenigstens ein bisschen Verständnis für die Rente mit 63 kommt, der hatte sich getäuscht. "Dieser Plan wird den Fachkräftemangel noch deutlich verschärfen", erläuterte Ingo Hansen seine Position.

In der Diskussion ging es um die Rentenpunkte für Mütter, die Anerkennung von Zeiten der Arbeitslosigkeit und die Ungerechtigkeit, dass Studienjahre überhaupt nicht angerechnet werden sollen. Und so waren sich an diesem Abend auch ausnahmslos alle Mitdiskutanten einig, dass ihre Abgeordneten im Bundestag alles daran setzen sollen, um das geplante Rentenpaket mindestens zu entschärfen, wenn sogar zu verhindern.

Die Wahlkreisabgeordnete Jana Schimke regte an: "Wir müssen uns einmal grundsätzlich über unser Verhältnis zur Arbeit klar werden. Wollen wir die Menschen davor schützen und sie so schnell wie möglich davon befreien (Rente mit 63)? Oder betrachten wir Arbeit als etwas, was Spaß machen kann und unser Leben auch im Alter bereichert?"

Quelle: Lausitzer Rundschau (Jan Siegel)