Die Stimme der Miss Bundestag war der Kanzlerin sicher

Die Stimme der Miss Bundestag war der Kanzlerin sicher
Die Cottbuserin Jana Schimke will jetzt in Berlin mitregieren / Ganz neu ist das Parlament für sie nicht


Sie sitzt für die Regionen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald im Parlament. Die CDU-Abgeordnete Jana Schimke wurde kürzlich zur schönsten Frau im neuen Bundestag gekürt. Gestern gab sie ihre Stimme der mächtigsten Frau.

Ob Frank Szymanski stolz ist auf seine ehemalige Schülerin? Der Cottbuser SPD-Oberbürgermeister war Schulleiter in Sachsendorf, als Jana Schimke dort zur Schule ging. Die 34-Jährige, die inzwischen in Bergholz-Rehbrücke vor den Toren Potsdams wohnt, kommt aus Cottbus. Dort hat sie ihre Kindheit verbracht und dort wohnen ihre Eltern noch heute.

Szymanski regiert mittlerweile die Lausitzmetropole. Seine einstige Schülerin Jana Schimke will jetzt die Republik mitregieren.

Die junge Abgeordnete gibt sich entspannt. Die ersten Wochen im Berliner Regierungsviertel waren nicht allzu stressig, wie für die meisten Bundestagsabgeordneten. "Ich habe die Zeit genutzt, war vor allem im Wahlkreis unterwegs", sagt sie lachend. Und so konnte man ihr bei einer Firma in Krausnick begegnen oder bei Terminen in Trebbin und Lübben. Die große Berliner Politik blitzte in dieser Zeit bei ihr nur dann und wann mit drei Plenarsitzungen und ein paar Beratungen der Fraktion auf. "Dabei wurden wir regelmäßig über den aktuellen Stand bei den Koalitionsverhandlungen informiert", erzählt die Brandenburgerin.
Feilschen um Ausschüsse

In den ersten Wochen als Abgeordnete war für Jana Schimke vor allem Improvisation gefragt. Gemeinsam mit Klaus-Peter Schulze aus Spremberg musste sie sich in einem Abgeordnetenbürohaus an der Straße Unter den Linden ein Büro teilen. Denn viele Büros waren noch durch optimistische FDP-Abgeordnete belegt, deren Partei den Sprung ins Parlament nicht mehr geschafft hatte.

Inzwischen ist Jana Schimke umgezogen mit ihrem kleinen Team ins riesige Robert-Kaiser-Haus, das über einen unterirdischen Gang direkt mit dem Reichstag verbunden ist.
Seit dem gestrigen Dienstag ist die lähmende Zeit der Suche nach Mehrheiten vorbei. Jetzt wird das Land regiert, und Jana Schimke will mit dabei sein. Dabei weiß die jüngste unter den insgesamt zehn neuen Abgeordneten aus Brandenburg im Deutschen Bundestag, dass sie sich zuerst noch hinten anstellen muss. "In den Verkehrsausschuss wollen alle", weiß Schimke. Gerne würde sie im Arbeits- und Sozialausschuss mitmischen. Ob das gelingt, entscheidet sich erst in den nächsten Tagen, wenn die legendäre "Teppichhändlerrunde" tagt. Bei der sitzen alle Landesgruppenchefs der CDU am Tisch und feilschen um die Besetzung der Gremien. Für Brandenburg verhandelt Michael Stübgen mit, der Abgeordnete aus dem Elbe-Elster-Kreis.

Ganz neu ist das Bundestagsgeschäft nicht für Jana Schimke. Schon während ihres Politikstudiums in Dresden und Berlin hat sie als Praktikantin im Bundestag gearbeitet und danach in den Jahren zwischen 2002 und 2006 als wissenschaftliche Mitarbeiterin eine Menge Dokumente für Unionsabgeordnete vorbereitet.

Das Team ist komplett

Inzwischen hat sie selbst schon vier Mitarbeiterinnen eingestellt. Zwei von ihnen werden zuerst in ihrem Wahlkreisbüro in Rangsdorf arbeiten. In Lübben soll im nächsten Jahr ein Büro eröffnet werden. "Ich habe schon am Wahlabend die ersten Bewerbungen bekommen", erzählt Jana Schimke.

Am Dienstagvormittag hat sie die Bundeskanzlerin Angela Merkel mitgewählt. Die Abstimmung war geheim, aber Jana Schimke wusste schon nach ihrer Wahl im September: "Mein Erfolg hängt sehr eng auch mit Angela Merkel zusammen."

Quelle: Lausitzer Rundschau (Jan Siegel)