Dahme-Spreewald will mehr Mädchen in der Technik

Dahme-Spreewald will mehr Mädchen in der Technik
100.000 Euro EU Mittel fließen in die Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft


LÜBBEN/LUCKAU 336 Ausbildungsplätze in technischen Berufen, zwölf davon in Mädchenhand – diese Zahl erschreckt im ansonsten prosperierenden Landkreis Dahme-Spreewald. 100 000 Euro sollen daher in den kommenden zwei Jahren fließen, um junge Frauen für technische Berufe zu interessieren und ermutigen, ihren beruflichen Weg abseits der Klischees zu suchen.

Der Landkreis Dahme-Spreewald gilt neben Teltow- Fläming als eine der Vorzeige-Regionen im Osten Deutschlands. Doch hinter der "sehr günstigen
Arbeitslosenquote", wie Landrat Stephan Loge (SPD) die aktuellen Zahlen von rund sieben Prozent nannte, "stecken noch Defizite". Statistischen
Untersuchungen zufolge würden 70 Prozent der jungen Frauen ihre Ausbildung in nur 20 verschiedenen Berufen antreten – "da sind unheimliche Reserven", kommentierte Loge bei der Vorstellung des Vorhabens am Montag in Königs Wusterhausen.

Welche Folgen es hat, dass Berufe nach wie vor "ziemlich klischee-orientiert" ausgewählt werden, machte Gleichstellungsbeauftragte Elke Voigt deutlich: Die Schere vergrößert sich bei den Einkommen, den Rentenanrechnungszeiten und den Renten selbst.

Jana Schimke von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände konkretisierte, dass der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen im Bundesdurchschnitt noch immer 22
Prozent ausmachen würde. Nach wie vor gebe es deutlich weniger Frauen als Männer in Führungspositionen, Frauen seien zu einem deutlich größeren Anteil in Teilzeit beschäftigt als Männer und würden trotz Elterngeld weiter den Löwenanteil der Elternzeit übernehmen, sagte Schimke, die für
die CDU um ein Bundestagsmandat kandidiert. Aus Sicht des Arbeitgeberverbandes ziele das Projekt "Wir können anders" zur Gleichstellung von Frauen in der Wirtschaft auf verschiedene Bereiche ab. Neben der Aufgabe, auch ältere Mitarbeiterinnen weiterzuqualifizieren und damit länger in den Betrieben zu halten, sei die Forderung nach Mädchen in handwerklichen und technischen Berufen einer der Schwerpunkte. Schimke sitzt in der Steuerungsgruppe, die deutschlandweit aus 126 Projektanträgen wählte.

Quelle: Lausitzer Rundschau