CDU-Welle ergreift auch Spreewald

CDU-Welle ergreift auch Spreewald
Jana Schimke von deutlichem Ergebnis überrascht / Tina Fischer (SPD) enttäuscht

Die Ergebnisse der Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis 62 spiegeln das deutschlandweite Ergebnis wider: Jana Schimke (CDU) ist von ihrem Wahlergebnis überwältigt, Tina Fischer (SPD) hat es nicht in den Bundestag geschafft. Katerstimmung auch bei Andreas Rieger von den Grünen. Mit 37 Prozent der abgegebenen Stimmen hat Jana Schimke für die CDU das Direktmandat im Wahlkreis 62 geholt. Nach dem vorläufigen Endergebnis der Erststimme haben 61 481 Wähler der jungen Frau ihre Stimme gegeben. "Ich bin total überwältigt. Mit einem so deutlichen Ergebnis habe ich nicht gerechnet", sagt sie. Ihre Gegenspielerin auf Seiten der SPD, Tina Fischer, erreichte 27,2 Prozent (45 982 Stimmen). Steffen Kühne (Linke) kam auf 21,9 Prozent (36 288 Stimmen). Für Andreas Rieger (Grüne) wurden 6324 Stimmen ausgezählt, das sind 3,8 Prozent.

Für Jana Schimke, die trotz der Feier im Wildauer Bürgerbüro am Sonntag bis nach Mitternacht am Montagvormittag im Einsatz war, um Wahlplakate abzubauen, liegen schon die ersten Termine vor. "Am Dienstag ist in Berlin Fraktionssitzung", sagt sie. "Es geht voll los!" Der Wahlkampf sei sehr anstrengend gewesen, doch nun sei ihre Freude groß, die neue Aufgabe zu übernehmen. Für die fachliche Arbeit hofft sie, dass sie im Ausschuss Arbeit und Soziales oder im Ausschuss Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mitarbeiten kann. Als Neuling müsse sie erst sehen, wie die Plätze aufgeteilt werden. Während der Norden die bevölkerungsstarke Wachstumsregion sei, müsse im Süden deutlich mehr Unterstützung gegeben werden. "Unsere Region hat ein riesiges Potenzial", betont Jana Schimke. Das Wahlergebnis sieht sie als großen Vertrauensvorschuss.
Peter Danckert (SPD) bedauert, dass "sein" Wahlkreis nun in fremde Hände gekommen ist. Kurz habe er den Gedanken gehabt, ob er nicht hätte weitermachen müssen. "Doch es war die richtige Entscheidung", betont er. Das Wahlergebnis in Brandenburg sei eine negative Überraschung für ihn. Und er zieht den Schluss: "Den größten Anteil hat die Kanzlerin eingebracht." Tina Fischer wird auch nicht über einen Listenplatz in den Bundestag einziehen. Sie hat am Tag nach der Wahl wieder ihre Arbeit in der Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund aufgenommen. "Meinen Urlaub habe ich für den Wahlkampf genommen", sagt sie. Auch wenn sie enttäuscht ist, dass die SPD im Land Brandenburg zum ersten Mal noch unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt und nur Frank Walter Steinmeier ein Direktmandat erreichte, zählt für sie Fairness. "Ich habe Jana Schimke noch am Wahlabend per Facebook zu ihrem Erfolg gratuliert", sagt die Staatssekretärin. Dass ihr Ergebnis auf unzureichenden Wahlkampf zurückzuführen wäre, glaubt sie nicht. "Es war ein super engagierter Wahlkampf von allen, die dabei waren", so Tina Fischer, die darauf verweist, dass sie bei der Erststimme fünf Prozent mehr erreichte als die Zweitstimme erbrachte. "Es ist eine CDU-Welle durch Brandenburg gegangen." Nun müssten die Schlüsse gezogen werden, was das Ergebnis der Bundestagswahl für die anstehenden Landtags- und Kommunalwahlen bedeutet.
Steffen Kühne (Linke) ist nicht unzufrieden mit seinem Ergebnis: "Über mehr Stimmen hätte ich mich natürlich noch mehr gefreut", sagt er. Für ihn ist es eine gute Nachricht, dass es die Linken in Hessen ins Landesparlament geschafft haben und die Partei die drittstärkste Kraft in Deutschland geworden ist. Nach einer Pause werde er wieder politisch weiterarbeiten, so der 32-Jährige, der in der Vorbereitung einer Doktorarbeit steckt.
In den allgemeinen Strudel hineingezogen sieht sich Andreas Rieger (Grüne). "Der ländliche Raum ist ein schwieriges Pflaster", stellt er fest. "Nach der Wahl ist vor der Wahl. Die Landtagswahl wird spannend", verspricht er und will wieder als Direktkandidat zur Verfügung stehen.

Quelle: LR/Ingrid Hoberg