Bildungs- und Begegnungsstätte entwickelt sich

Bildungs- und Begegnungsstätte entwickelt sich
Bundestagsabgeordnete Jana Schimke besuchte die Einrichtung in Halbe

Halbe. Man muss viele Treppen steigen, um in den Wirkungsbereich von Thomas Gröbel zu gelangen. Denn der liegt im Dachgeschoss, weshalb sein Büro auch den Beinamen „Elfenbeinturm“ trägt. Doch es ist kein abgeschotteter Raum – ganz im Gegenteil. „Hier ist die Kathedrale des Wissens“, sagt Gröbel selber. Der Historiker durchforstet das Archivmaterial und bereitet es so vor, dass es auch für Besucher anschaulich gemacht werden kann. Und zwar in den beiden Etagen darunter, die das Kernstück der Bildungs- und Begegnungsstätte bilden.

Seit Anfang vorigen Jahres gibt es diese Einrichtung im alten Schulgebäude, betrieben vom Landesverband Brandenburg des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Am 29. April nächsten Jahres – 70 Jahre nach jener Kesselschlacht von Halbe, mit welcher der Ort am Ende des II. Weltkriegs traurige Bekanntheit erlangte – soll die Ausstellung eröffnet werden. Sie soll eine optische und inhaltliche Brücke bauen zum nahen Friedhof. Der ist eine von 3.200 Kriegsgräberstätten in Brandenburg, mit etwa 25.000 Gräbern die größte in ganz Deutschland. „Wir möchten, dass dies als eine Gedenkstätte für alle Toten gesehen wird. Wir sind kein Richter der damaligen Zeit und wollen nicht das Werk der Toten bewerten“, erklärt Oliver Breithaupt, der Leiter des Brandenburger Volksbundverbandes.

Die ersten Exponate sind bereits zu sehen. Es sind Anschauungstafeln, die einen speziellen Blick auf die Ereignisse der damaligen Zeit werfen lassen. Schon jetzt kommen pro Jahr 500 bis 800 Schüler. „Das Interesse seitens der Schulen ist deutlich größer geworden“, hat Breithaupt festgestellt. Und es soll noch steigen. „Wenn alles fertig ist, wird das eine wirkliche Stätte der Begegnung“, meinte auch die Bundestagsabgeordnete Jana Schimke bei ihrem Besuch der Einrichtung. Bis deren Innenleben aber richtig vollendet ist, muss Thomas Gröbel in seinem Elfenbeinturm noch viel Material aufarbeiten.

Quelle: Blickpunkt (Sascha Stolz)