Mit einem Federstrich gegen die Entwicklung der Spreewaldregion – Jana Schimke kritisiert Streichung von Haltepunkten des RE 2 Berlin - Cottbus

Zweigleisiger Ausbau des Streckenabschnittes Lübbenau-Cottbus gefordert.
Die rot-rote Landesregierung plant auf der Bahnstrecke des RE 2 Berlin-Cottbus zukünftig die Haltestellen Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz einzusparen. Die Bundestagsabgeordnete Jana Schimke kritisiert die Entscheidung, was sie auch in einem Schreiben an die Ministerin deutlich machte.

„Mit einem Federstrich wurde ein wichtiger Teil der Verkehrsinfrastruktur in der Spreewaldregion beseitigt. Wer einerseits gegen den demografischen Wandel und Abwanderung vorgehen und den ländlichen Raum stärken will, muss sich mit seinen politischen Entscheidungen daran messen lassen. Das gilt insbesondere, weil im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien auf die Notwendigkeit der Mobilität im ländlichen Raum und für die Pendler hingewiesen wird. Die jetzige Entwicklung zeugt von einer falschen politischen Prioritätensetzung, die dem Fernverkehr einen klaren Vorzug vor der regionalen Entwicklung einräumt und Bewohner wie Touristen massiv in ihrer Mobilität einschränkt. Die Aussagen im Koalitionsvertrag werden damit ad absurdum geführt. Damit dürften auch die in der Vergangenheit getätigten Investitionen in Millionenhöhe in das Bahnhofsumfeld erst einmal umsonst gewesen sein, “ so Jana Schimke.

Dass Pendler die Haltepunkte wohl weiterhin in den sehr frühen Morgen- und späten Abendstunden nutzen sollen können, entspricht nicht der Lebenswirklichkeit. Dazu die Bundestagsabgeordnete: „Es kommt bei der Fahrplangestaltung vor allem darauf an, sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen zu orientieren. Züge in den sehr frühen Morgen- und sehr späten Abendstunden spiegeln nicht die Gegebenheiten der Arbeitswelt wider.“

Eine Lösung des Problems wäre der zweigleisige Ausbau des Streckenabschnittes Lübbenau-Cottbus, für den sich Jana Schimke seit längerem einsetzt. Die Beratungen zu dem bundesweiten Vorhaben laufen derzeit. „Ich werde mich nach Kräften für das Projekt einsetzen“, so Schimke.

Hintergrund:
Die brandenburgische Infrastrukturministerin erklärte kürzlich, dass auf der Strecke des RE 2 von Berlin nach Cottbus Haltestellen gestrichen werden. Grund sei die mangelnde Pünktlichkeit der Züge, die dadurch gesteigert werden soll. Die Haltepunkte Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf sollen demnach entfallen. Der anfängliche Plan, auch den Halt in Brand zu streichen, ist hingegen wieder vom Tisch.