Landwirtschaft in Zeiten von Corona

Auch während und nach der Corona-Krise ist die Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln in ausreichender Menge zu versorgen. Die Landwirtschaft ist hierbei auf zahlreiche Arbeitskräfte gerade aus dem Ausland angewiesen. Rund 20.000 waren bis zum Einreisestopp nach Deutschland eingereist. Jedoch werden bis Ende Mai ca. 100.000 Arbeitskräfte in der Landwirtschaft benötigt. Die Bundesregierung hat aus diesem Grund mehrere Maßnahmen getroffen, sodass ausreichend inländische und ausländische Arbeitskräfte für die anstehenden Monate zur Verfügung stehen. Die Regelungen im Einzelnen:

Konzept zur Einreise ausländischer Arbeitskräfte:

  • Für die Monate April und Mai wird beabsichtigt, ca. 40.000 Saisonarbeiter pro Monat einreisen zu lassen.
  • Die Ein- und Ausreise erfolgt nur per Gruppenreise ausschließlich mit dem Flugzeug, welche in Abstimmung mit Bundespolizei und Bauern(-Verbänden) erfolgt.
  • Vor der Einreise muss eine schriftliche Hygieneunterweisung in der jeweiligen Landessprache erfolgen und nachgewiesen werden.
  • Neuanreisende Arbeitskräfte leben und arbeiten in den ersten 14 Tagen strikt getrennt von den sonstigen Beschäftigten. Auch dürfen diese zunächst nicht das Betriebsgelände nicht verlassen.
  • Die Unterbringung als auch die Arbeitsprozesse müssen unter den strengeren Hygienestandards durchgeführt werden.
  • Arbeitgeber sind verpflichtet bei Verdachtsfällen ausreichend getrennte Unterbringungsmöglichkeiten vorzuhalten sowie die Behörden zu informieren.

Ausweitung der 70-Tage-Regelung:

  • Laut Gesetz dürfen Arbeitnehmer maximal 70 Tage pro Jahr und nicht berufsmäßgi eine Kurzfristige Beschäftigung ausführen. Der Bundestag hat diese Regelung auf 115 Tage befristet ausgeweitet. 

Zuverdienste in Kurzarbeit erleichtert:

  • Bezieher von Kurzarbeitergeld anderer Branchen erhalten die Möglichkeit, ihr Gehalt anrechnungsfrei als Erntehelfer aufzustocken. Um diese Menschen an die Landwirtschaft zu vermitteln, hat das Bundeswirtschaftsministerium die Online-Job-Vermittlungsplattform www.daslandhilft.de geschaffen. Der Zulauf ist erheblich. Pachtverträgt unterliegen dem Kündigungsschutz bis zum 30. Juni 2020.

Finanzhilfen für Landwirtschaftsbetriebe:

  • landwirtschaftliche Betriebe mit bis zu 10 Personen qualifizieren sich für das Bundesprogramm „Corona-Soforthilfen für kleine Unternehmen und Soloselbständige“ und können Liquiditätsmittel bei der ILB beantragen.
  • Landwirtschaftliche Betriebe mit bis zu 100 Beschäftigen qualifizieren sich für das Sofortprogramm des Landes Brandenburg. Anträge darauf können ebenfalls bei der ILB gestellt werden.