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Vor-Ort-Termin zur Spreeverockerung in Raddusch.
Auf Initiative der spreewälder Landtagsabgeordneten Roswitha Schier (CDU) trafen sich am Mittwoch die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesumweltministeriums, Katherina Reiche, Bundestagskandidatin Jana Schimke, CDU Landtagsabgeordnete der Region, Mitglieder des Aktionsbündnises „Klare Spree“ und Uwe Neumann vom Landesbergamt zu einem Vor-Ort-Termin am Radduscher Hafen. Durch die Spreeverockerung ist der Spreewald als weltweit einzigartiges Biosphärenreservat gefährdet. Davon abhängig ist aber die gesamte Region, wo der Tourismus als wichtigste Branche und größter Arbeitgeber gilt. Durch den Tourismus werden im Spreewald jährlich rund 340 Mio. Euro umgesetzt.

Raddusch - „Die Spuren des Bergbaus der vergangenen Jahrzehnte sind hier deutlich sichtbar und kündigen an, was auf die gesamte Spreewaldregion zu kommen kann, wenn nicht schnell gehandelt wird“, so Roswitha Schier zu den Teilnehmern der Gesprächsrunde.

Uwe Neumann erläuterte in seinem Vortrag die Ursachen und Zusammenhänge der Eisen- und Sulfatbelastungen durch den Kohleabbau in der Lausitz. „Alle beteiligten Partner arbeiten angestrengt am gleichen Thema und ziehen am gleichen Strang“, so der Experte vom Landesbergbauamt. Er ging auf die Sofortmaßnahmen ein, wie z.B. die Reaktivierung der stillgelegten Absetzbecken des Kraftwerkes Vetschau. Dennoch könne man bei der Spreeverockerung auch international auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen.

Wichtig ist, den Spreewald durch eine Barriere zu schützen und an den Zuflüssen, Greifenhainer Fließ, Vetschauer Mühlenfließ, Lorenzgraben, Wudritz und Berste Absetzbecken zu errichten, damit das Eisenhydroxid mit dem Luftsauerstoff reagiert und sich als Schlamm absetzt. Die Umsetzung wird nicht einfach, denn privatrechtliche Belange spielen eine nicht unwesentliche Rolle.

Die komplexe Thematik macht allen Beteiligten klar, dass nur ein länderübergreifendes Handeln zwischen Brandenburg, Sachsen und Berlin erforderlich sein kann. Unterstützt werden die Forderungen der Bürgerinitiative nach einem Ansprechpartner/Koordinator in der Landesregierung und die Novellierung des Bergbaugesetzes vorangebracht wird. „Vor allem aber sind die Verantwortlichkeiten zwischen den beteiligten Partner genau zu klären, damit die Finanzierung verlässlich gesichert werden kann“, so Reiche in ihrem Statement.

Die CDU wird das Thema weiter konstruktiv und kritisch begleiten, damit der Schutzstatus des Biosphärenreservates erhalten bleibt und die Menschen in der Region ihr Auskommen im Tourismus oder der Landwirtschaft behalten, betonte Schier abschließend.